Steuer & Meldung
CARF, CRS und die Grenzen der Auskunft im Treuhandverhältnis
Der automatische Informationsaustausch ist Realität, und mit dem Crypto-Asset Reporting Framework wächst er weiter. Was bedeutet das für Mandate mit liechtensteinischem Bezug — und wo endet die Auskunft?
Liechtenstein wendet den Common Reporting Standard (CRS) seit Jahren an und tauscht Finanzkontodaten automatisch mit den Partnerstaaten aus. Mit dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD wird dieser Mechanismus auf Krypto-Werte ausgeweitet — die Richtung ist klar: mehr Transparenz, nicht weniger.
Für Strukturen mit Stiftungen, Trusts oder Sitzgesellschaften heisst das: Die Frage ist nicht mehr, ob gemeldet wird, sondern was korrekt einzuordnen und zu melden ist. Fehler entstehen heute seltener aus Verschweigen als aus falscher Klassifikation.
Verschwiegenheit bleibt — aber sie schützt nicht vor Meldung
Das anwaltliche Berufsgeheimnis und die Sorgfaltspflichten bestehen unverändert. Sie schützen jedoch nicht vor gesetzlich angeordneten Melde- und Auskunftspflichten. Wer hier mit veralteten Erwartungen an Diskretion operiert, riskiert mehr als ein Reputationsproblem.
Die seriöse Beratung trennt deshalb klar: Was ist berechtigtes Vertraulichkeitsinteresse, und was ist eine Pflicht, der man nachkommt? Diese Linie sauber zu ziehen, ist Teil unserer Arbeit.
Vorausschauend strukturieren
Strukturen, die vor zehn Jahren sinnvoll waren, sind heute teils meldepflichtig und erklärungsbedürftig. Eine regelmässige Überprüfung — Substanz, Klassifikation, Meldewege — ist kein Misstrauen gegen die bestehende Lösung, sondern schlicht zeitgemäss.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.